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Die Website des Angelsportvereins Breckerfeld e.V.

Der Verein

Zum Sportfischerverein „Angelsportverein Breckerfeld e.V.“

von Hartmut Bubenzer (1. Vorsitzender), Jörg Steinmann (Gewässerwart) und Dietmar Ducks.

Aus alter Zeit

1973 erblickte in der Gaststätte „Haus Mähler“ in Gegenwart von 15 Geburtshelfern der Angelsportverein Breckerfeld das Licht der Welt. Als „Geburtshelfer“ bzw. „Gründerväter“ fungierten ausschließlich Männer. Sie legten auch die Ziele und Aufgaben der neu gegründeten Sportfischergemeinschaft fest. „Wir wollten waidgerecht fischen, suchten dabei Erholung in der Natur. Wir wollten im Kreise Gleichgesinnter unserem Hobby nachgehen, Gemeinschaft erleben und Spaß haben.“  So erinnern sich die einstigen Gründerväter Gottfried Berghaus, Richard Schirnbach und Hans Thom.

Zum Vorsitzenden der Sportfischer wurde der Dachdeckermeister Alfons Hein gewählt, der dieses Amt bis 1980 bekleidete. Als Vereinsgewässer diente der „Kippenteich“, ein Teich, der ca. 200 Meter unterhalb der vormaligen städtischen Müllkippe angelegt wurde, sowie ein weiterer Teich im Vorstaubereich der Ennepetalsperre (Osenberg). Regelmäßige wöchentliche Treffen am so genannten Anglerstammtisch im Vereinslokal „Mähler“ dienten den Mitgliedern als Forum für Erfahrungsaustausch und als Informationsbörse. Der kleine Verein legte Wert darauf, dass alle Mitglieder informiert und an den Entscheidungen beteilligt waren.

Vereinsfeiern und gesellige Zusammenkünfte fanden auf dem Anwesen der Familie Hein im so genannten „Hein-Tal“ statt, einem großflächigen Areal unterhalb des neu errichteten Sportstadions. Damals drang in die Männerdomäne der Sportfischer eine Frau ein: Trude Hein. Sie organisierte und gestaltete alle Feiern der Sportfischer und war, so die Gründerväter anerkennend, „die gute Seele des Vereins“. Besonders in Erinnerung ist ein Karpfenessen, bei dem ein riesengroßer Karpfen, den Alfons Hein besorgt hatte, in Koteletts portioniert wurde und von dem Verzehr alle 25 Vereinsmitglieder satt wurden!

Zusammengefasst ergibt sich für die 70er Jahre das Bild eines Vereins, in dem Geselligkeit und Gemeinschafserlebnis mindestens so wichtig waren, wie das Sportfischen selbst.

Verein im Wandel

Eine spürbare Veränderung erfuhr das Vereinsleben ab dem Jahr 1982 durch die Anpachtung eines Flussabschnitts der Volme, der vakant geworden war, von der Ruhrfischereigenossenschaft (RFG) in Essen.

Erstmalig wurde ein Fließgewässer befischt und zwar mit dem beträchtlichen Ausmaß von ca. 6 km – gemessen vom Oberwehr am Dahler Bahnhof (Untergrenze) bis zum Rummenohler Unterwehr der Kleinwasserkraftanlage der Gebrüder Nagel (Obergrenze) – eine große Herausforderung für den ASV.  Dabei war die Umstellung von der stillen Angelei auf die Flussfischerei eigentlich das geringste Problem. Neu war der Umgang mit den Behörden und deren Auflagen, dem Verpächter (RFG) und den vielen gesetzlichen Verpflichtungen.

Den Vereinsalltag bestimmten fortan Fragen der Finanzierung und Bewirtschaftung des Pachtgewässers, der Gewässerreinhaltung und der Kontrolle des Fischbestandes. Die genannten Probleme begleiteten den Verein in die kommenden Jahrzehnte und gewannen vor dem Hintergrund politischer Entscheidungen (z.B. durch nationale Umweltschutzgesetze, Stromgewinnung durch regenerative Energiequellen, Wiederansiedlungsprogramm für Lachse und durch die europaweit gültige Wasserrahmenrichtlinie von 2003) eine immer größere Bedeutung für die „Alltagsarbeit“ im Verein. Und so manchem Vereinsmitglied wurde bei den Gesprächen am Anglerstammtisch klar: „Alles dreht sich um den Fluss, aus der Mitte entspringt der Fluss.“

Im Klartext: Aus der vielseitigen Nutzung der Volme zur Wassergewinnung, Stromerzeugung und zum Abtransport von gereinigten Abwässern ergeben sich bis heute direkte Folgen und Probleme für den Breckerfelder Angelverein, zum Beispiel im Hinblick auf Gewässerschutz, Hege und Pflege des Fischbestandes und Natur- und Landschaftsschutz.

Im Einsatz für Fisch, Gewässer und Natur – Fischbesatz

Unter idealtypischen Bedingungen pflanzen sich Fische in vielen Gewässern von selbst fort. Man nennt das „natürliche Reproduktion.“ Viele Flüsse, wie z.B. die Volme, sind jedoch zur Nutzung der Wasserkraft aufgestaut (d.h. reguliert) worden. Dadurch sind auch die Laicgebiete für Flussfische geschädigt oder stark engeschränkt. Um die geschwächte natürliche Reproduktion auszugleichen, greift der Mensch in Gestalt der Breckerfelder Vereinsangler zu Besatzmaßnahmen, und zwar in Zusammenarbeit mit der RFG. In der Regen werden jährlich 10 000 Stück Forellenbrut (4-6 cm) oder 5 000 Bachforellensetzlinge (8-12 cm) in die Volme eingesetzt. Neuerdings verwendet der ASV bei Besatzmaßnahmen eine zur Aufzucht von Fischen entwickelte WV-Box, die bereits befruchtete Bachforelleneier aufnimmt und im Fluss befestigt wird.

 Beitrag 01

Der Grundgedanke: Schutz vor Laichräubern und vor Verdriftung der Eier. Das Ziel: eine optimal ans Gewässerrevier angepasster Fisch, der standorttreu ist. Das Erbrüten der Eier übernimmt die Natur.

Fische wandern… auch über Treppen

Die Natur hat es so eingerichtet, dass einige Fischarten wandern, um die für ihre Art typischen Lebensverhältnisse bzw. Lebensräume zu finden und dort Nachwuchs zu produzieren. Die Volme ist als Fließgewässer der so genannten „Bachforellen- und Äschenregion“ zuzurechnen und stellt somit einen hochwertigen, ökologisch sensiblen Lebensraum dar. Die Leitfische Bachforelle und Äsche sind allerdings auf ihren Wanderungen bedroht, da sie vermeintlich so umweltfreundliche Wasserkraftwerke überwinden müssen.

Bachforelle:

 Bachforelle

Äsche:

 Aeschel

Hier droht ihnen der Tod durch die Turbinen. Aufstiegshilfen, wie z.B. Fischtreppen, sorgen für die Durchlässigkeit der Fließgewässer und erleichtern die Laichwanderung flussauf- wie flussabwärts.

Allerdings bedürfen diese Fischaufstiegshilfen der ständigen Kontrolle und der technischen Reinigung, die nahezu ganzjährig von den Vereinsmitgliedern mit großem Arbeitseinsatz erbracht werden.

Qualifizierung der Mitglieder

All diese immer größere werdenden Aufgabenfelder zeigen, dass die Qualifizierung einzelnern Vereinsmitglieder zu Fischereiaufsehern bzw. Gewässerwarten notwendig wurde, damit die Probleme der Fischreproduktion, der Gewässerökologie und vor allem des Gewässerschutzes gezielt angegangen konnten bzw.  können. Der ASV verfügz zur Zeit über drei solcher Experten (bei 33 Vereinsmitgliedern). Im Prinzip sollte aber jedes Vereinsmitglied das ASV Kompetenzen als Gewässerwart besitzen – ein frommer Wunsch!

Wasser – Wassernutzung – Wasserqualität

Der Fisch, insbesondere der gesunde Fisch, ist ein Indikator für eine gute Wasserqualität. Die „gute ökologische Wasserqualität“ zu erhalten oder wieder herzustellen ist das erklärte Ziel, das europaweit durch die EU-Wasserrahmerichtlinie  seit 2003 umgesetzt wird: sie gilt auch für die Volme, das Pachtgewässer des ASV.

Gewässerschutz dient nicht nur dem Erhalt des Fischbestandes (diesem natürlich auch!), sondern dem Gemeinwohl. Dabei sind Gewässernutzung  (z.B. für die Enegiegewinnung aus regenerativen Quellen) und Gewässerschutz miteinander in Einklang zu bringen. Dass dieser geforderte „Einklang“ sich aus Sicht des ASV bisweilen als „Missklang“ entpuppt(e), soll hier nicht verschwiegen werden.

Ein Konfliktpunkt waren und sind die Querverbauungen (Wehranlagen). Bei der Kontrollbefischung stellten Mitarbeiter der Ruhrfischereigenossenschaft (RFG) fest, dass der Fischbestand zwar gut, doch eine nachhaltige Reproduktion des Bestandes geschwächt ist; das hängt mit den starken Wasserstandsschwankungen (z.T. 35cm und mehr), der Wasserentnahme und von unzulässigem Schwallbetrieb einiger nicht zu ermittelnder Wehranlagenbetriebe ab.

Sobald das Flussbett trocken fällt, bzw. nahezu trocken fällt, sind die Überlebnschancen der Fische äußerst gering, zumal der Reiher oder Kormoran dann auch einen gedeckten Tisch vorfindet.

Bericht 02

 Ein weiteres Konfliktfeld ist die unzulässige Wasserentnahme durch Flussanlieger. Wasser zu schöpfen ist nach Gesetzeslage erlaubt, aber nicht das Abpumpen des Wassers. Besonders bedeutsam ist das Problem der Gewässerverunreinigung durch Einleitung von Schadstoffen. Um Schäden dieser Art vom Gewässer fernzuhalten sind ständig Vereinsmitglieder als „Flusswächter“ unterwegs, die Verstöße gegen Umwelt- und Gewässerschutz analysieren und dokumentieren, um diese dem Umweltamt zu melden, das dann gegen den Verursacher Sanktionen einleitet.

Der ASV und die Untere- und Obere Fischereibehörde arbeiten gut zusammen, wenn es darum geht, das hohe Allgemeingut Wasser und den Lebensraum der Fische zu schützen. Schließlich dient die Reinhaltung des Wassers der Gesunderhaltung eines jeden Bürgers.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der ASV sich in den letzten Jahren zum Anwalt für Gewässerschutz und Wasserqualität entwickelt hat. Der Vorstand des ASV hat viele Gespräche geführt mit der Ruhrfischereigenossenschaft, den Umweltbehörden, Betreibern von Anlagen und Flussanliegern. Die Angler des ASV haben sich in hunderten von ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden an und in den heimischen Gewässern für den Naturschutz engagiert, der nicht an der Wasseroberfläche aufhört, sondern auch darunter weitergeht. Es liegt ihnen am Herzen, die Möglichkeit des Naturerlebnisses beim Angeln unbeschadet weiterzugeben an nachfolgende Generationen.

Bericht 03

Bericht 04

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